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Profanarchitektur Kappadokiens

sinassos2.jpg (21428 bytes)Neben den in die Felsen eingehöhlten Unterkünften wurden im 19. Jahrhundert auch Häuser aus Stein gebaut, dem einzigen Material, das in Kappadokien überreichlich vorhanden ist. Das Vulkangestein ist, wenn es aus dem Steinbruch kommt, sehr leicht zu bearbeiten. Es wird erst nach längerem Kontakt mit der Luft fest und widerstandsfähig. Dieser Faktor prägte die Profanarchitektur des Gebietes.

Haus- und Hoftüren, Fensterrahmen und -läden sind aus Holz, die steinernen Umrandungen reich mit Ranken, Rosetten usw. geschmückt. Die Fenster sind zwei- oder dreiflügelig oder nach oben zu verschieben. Die Fassadenvorsprünge zwischen den einzelnen Etagen sind ebenfalls reich mit stilisierten Blumen, Palmetten, Rosetten, Sternen und windmühlenähnlichen Gebilden und sehr oft mit einem den Troddelgardinchen ähnelnden Halbrelief geschmückt.

avanos1.jpg (7379 bytes)Zu jedem Haus gehören ein Innenhof, Küche, Vorratsräume, Erdofen, Saftpresse und meistens viele Zimmer. In den Gästezimmern sind die Nischen auf weissgekalktem Grund bunt bemalt, unter den Fenstern mit den Häkel- und Troddelgardinchen sind Bilder von blumengefüllten Vasen oder wassertragenden Frauen zu bewundern.

Die interessantesten Beispiele regionaler Architektur aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert stehen zwar über ganz Kappadokien verstreut, sind aber am eindrucksvollsten in Ürgüp, Ortahisar, Mustafapaþa, Uçhisar, Göreme, Avanos und in der Provinz Kayseri in Güzelöz und dem daneben liegenden Baþköy sowie in der Umgebung des Ihlara-Tales, vor allem in Güzelyurt.

Die Taubenbehausungen

bird-aviaries_s.jpg (12738 bytes)Im Islam symbolisiert die Taube Familienzusammen-gehörigkeit und Frieden, im Christentum den Geist Gottes, und ausserdem ist sie die Beschützerin der Quellen, vermutlich, weil sie so oft trinken muss, weshalb alle Taubenschläge in der Nähe von Wasser gebaut werden. Allerdings nicht nur aus ideellen Gründen, sondern auch aus sehr realistischen, nämlich zur Düngergewinnung, sind in Kappadokien unzählige Taubenschläge in Feenkaminen, Felsenkirchen und römischen Felsengräbern eingerichtet worden, die meisten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, einige seltene stammen bereits aus dem 18. Jahrhundert. Den meisten Kappadokienbesuchern fallen sie gar nicht auf. Sie sind jedoch in Hinblick auf ihre in Kappadokien sehr seltenen Beispiele aus der islamischen Kunst von Bedeutung.

Die Taubenschläge in sämtlichen Tälern Kappadokiens liegen immer in den oberen Abschnitten der Steilhänge oder Feenkamine. Sie messen 5 bis 10 m im Quadrat, in drei der Wände sind Nischen eingehöhlt, wo die Tiere nisten und ihre Eier ausbrüten können, oft sind auch nur Sitzstangen wie in einem Hühnerstall montiert. Sämtliche Öffnungen sind zugemauert bis auf einen engen Tunnel oder ein treppenähnliches Gebilde, durch den oder über das die Tauben in den Taubenschlag gelangen, der einmal im Jahr geöffnet wird, um den Taubenmist herauszunehmen, mit dem die umliegenden Gärten und Weinberge gedüngt wurden und zum Teil noch werden. Zu Taubenschlägen umfunktionerte Sakralbauten sind die Çavuþin-Kirche im gleichnamigen Dorf, die Marienkirche (Kuþluk gleich Vogelhaus) in Göreme oder die Kirchen im Karþýbucak-Tal. Das hatte übrigens den Vorteil, das die Fresken in den genannten Kirchen noch bemerkenswert gut erhalten sind, da sie schädlichem Lichteinfluss über längere Zeit nicht ausgesetzt waren.

Einheimische Künstler haben die Taubenschläge mit traditionellen Motiven und Darstellungen aus dem sozialen Umfeld bemalt. Die Farben dafür gewann man aus Holz, Wurzeln, Pflanzen und die überwiegend rote Farbe aus einem yoþa genannten eisenoxydhaltigen Erd-Schlamm-Gemisch . Der weisse Verputz wurde aus Gips und Eiweiss angerührt. Er schützte vor Fuchs, Marder und Wiesel, die daran abglitten, wenn sie, falls sie Appetit auf Tauben und Taubeneier hatten, in der Taubenschlag klettern wollten. Im Westen der Burg vor Uçhisar schützte man an die Taubenschläge mit Blech und Zinkplatten vor Raubtieren.

dove3.jpg (21953 bytes)An den Taubenschlägen wurden an die hundert verschiedene Motive festgestellt. Die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden sind schlichte mystische Symbole. In den Tälern von Göreme, Çavuþin und Zelve sind alle Taubenschläge am rechten und linken Rand mit dem Schicksalsrad verziert, einem der ältester anatolischen und dem Schamanentum entstammenden Motive, das die vier Richtungen des Windgottes und heute das sich ständig wendende Schicksal und die sich drehende Welt symbolisiert. Verbreitet ist auch das Granatapfelmotiv. Häufig kommt der Lebensbaum, ebenfalls ein Schamanensymbol, vor der am Wege zum Jenseits steht. Auf den Zweigen sitzen Vögel, die den Baum schützen und den Wanderei ins Jenseits begleiten. Der Baum dient auch dem Schutz des Ehebündnisses und des Wohlstands der Familie und wacht über dem gesunden Leben aller. Alttürkische Inschriften besagen, wer den Taubenschlag erbaut hat und wann, und enthalten die erste Koransure, mit der Grossmut und Macht Allahs gepriesen wird. Titel o.ä. des Besitzers werden so gut wie nie erwähnt.

Die meisten Taubenschläge in Kappadokien stehen in den Tälern von Uçhisar, Göreme - Kýlýçlar und Güllüdere, Uzengi (Ürgüp), am Balkan-Fluss, im Kýzýlçukur-Tal (Ortahisar), im Çat-Tal bei Nevþehir und bei Soðanlý in der Provinz Kayseri.

 
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