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Vom Altertum bis zur Neuzeit

Kappadokien | Zurück: Die Vorgeschichte

Die protohethitisch-assyrischen Handelskolonien (3000 - 1750 v.d.Z.)

Die Förderung von Bodenschätzen stand in der Frühen Bronzezeit in Anatolien in hoher Blüte. Besonders gegen Ende dieser Periode wurde eine überragende Entwicklung beobachtet. Zwischen 2000 und 1750 v.d.Z. gründeten die in Nordmesopotamien lebenden Assyrer in Anatolien Handelskolonien. Es entstand ein Handelsnetz mit dem Zentrum Kanesch Karoum (Karoum bedeutet Handel). Ein Glied in dieser Kette der Handelskolonien war Karoum Hattuþaþ, das heutige Boðazkale (Boðazköy). In dem an Gold, Silber und Kupfer reichen Anatolien mangelte es an Zinn, unerlässlich für die Legierung von Kupfer zur Bronzeherstellung. Das Zinn beschafften die Assyrer. Daneben kamen verschiedene Stoffarten und Duftstoffe auf den anatolischen Markt. Die erwähnten drei Güter waren die Grundpfeiler des bilateralen Handels. Die Händler standen zu keiner Zeit unter irgendeinem politischen Druck, sondern immer unter der Schirmherrschaft der lokalen Fürsten.

Dank der assyrischen Kaufleute kam auch die Schritt nach Anatolien. Die als 'Kappadokische Schrifttafeln' bezeichneten assyrischen Keilschrifttexte berichten, dass die Kaufleute 10% des Warenwertes als Wegezoll an die lokalen Fürsten entrichteten, von Schuldnern bis 30% Zinsen nahmen und für an anatolische Fürsten gelieferte Waren 5% Steuern bezahlen mussten. Sie geben auch Auskunft über bestimmte Verhaltensmassregeln, z.B. zum Schutz der Frauenrechte, wenn ein Assyrer sich mit einer Anatolierin verloben oder sie heiraten wollte.

Im Verlauf der Handelsbeziehungen wurden auch die Rollsiegel, Bergbaukenntnisse und religiösen Riten der Assyrer in Anatolien heimisch. Die Künste beider Völker verschmolzen ineinander, eine neue anatolische Kunst entstand, die die Basis der hethitischen werden sollte.

Das Hethitische Grossreich (1750 - 1200 v.d.Z.)

Zu Beginn des zweiten vorchristlichen Jahrtausends zogen die Hethiter aus Europa über den Kaukasus in Anatolien ein. Sie vermischten sich mit den Einheimischen und gründeten ihr Imperium. Ihre Sprache war indoeuropäisch. Bedeutende hethitische Städte waren neben der Hauptstadt Hattuþaþ (Boðazkale) Alacahöyük und Aliþar.

In allen kappadokischen Tumuli sind hethitische Funde keine Seltenheit. Ausserdem war Kappadokien für die Hethiter ein strategisch wichtiges Durchgangsgebiet. An den steilen Felswänden der Pässe und Flussbetten finden sich hethitische Reliefs, dank derer die Wege nachgewiesen werden konnten, auf denen die Eroberer in den Süden Anatoliens gelangten. Die Felsenreliefs von Fraktin, Taþçý und Imamkulu südlich des Erciyes in der Provinz Kayseri steilen die Anbetung der Götter, die Ehrerbietung und Opfergaben des hethitischen Grosskönigs Hattuþili III. und seiner Frau Puduhepha dar und symbolisieren gleichzeitig Grösse und Grenzen des Reiches.

Das Späthethitische Reich (1200 - 700 v.d.Z.)

Nachdem die Phryger nahezu alle wichtigen hethitischen Städte zerstört und das Reich zu Fall gebracht hatten, blühte in Zentral- und Südostanatolien das Späthethitische Reich auf. Für Kappadokien bedeutete das die Übernahme des Königreiches Tabal, das die Gebiete Kayseri, Niðde und Nevþehir umfasste, durch die Hethiter. Die hethitischen Hieroglyphen an den Felswänden von Gülþehir bei Sivasa (Gökçetoprak), Topada bei Acýgöl und Karaburna bei Hacý Bektaþ stammen aus dieser Zeit.

Das Persische und Kappadokische Königreich (585 - 332 v.d.Z.)

Nach der Zerstörung des Phrygerreiches durch die Kimmerer traten 585 v.d.Z. die Meder auf den Plan, 547 v.d.Z. die Perser. Letztere teilten ihren Herrschaftsbereich in Provinzen auf, die sie von Satrapen verwalten liessen. Kappadokien hiess bei ihnen Katpatuka, das 'Land der rassigen Pferde'. Die Perser waren Anhänger der Lehre des Zarathustra. Das Feuer galt ihnen als heilig, ebenso die Vulkane Hasandað und Erciyes. Bei ihrer Eroberung Anatoliens gründeten sie die 'Strasse der Könige', die die grossen Städte des Landes miteinander verband und bis an die Ägäisküste führte.

Der mazedonische König Alexander der Grosse brachte im Zuge seiner Welteroberung in den Jahren 334 bis 332 den Persern auf anatolischem Boden eine Niederlage nach der anderen bei und zerstörte das persische Reich. Die Perser leisteten allerdings erbitterten Widerstand. Sabiktas, Alexanders Befehlshaber, der über Kappadokien herrschen sollte, bekämpften die Einheimischen auf das heftigste und riefen den persischen Aristokraten Ariarethes zum König aus. Der energische Perser konnte in den Jahren 332 - 322 v.d.Z. die Grenzen des Königreiches erheblich zu erweitern. Es bestand, im Inneren friedlich, bis zum Tod Alexanders des Grossen, hat sich aber, um seine Existenz zu wahren, bis zum Jahre 17 v.d.Z., als es römische Provinz wurde, mit den Mazedoniern, Pontern, Kelten und Römern noch zahlreiche Schlachten geliefert.

Das Römische Reich (17 v.d.Z. - 395 n.d.Z.)

Nachdem die Römer 17 v.d.Z. Kappadokien in der römischen Provinz Asia Minor (Anatolien) dem Römischen Reich eingegliedert hatten, bauten sie eine auch durch Kappadokien führende Strasse bis an die Ägäisküste, die unter strategischem und merkantilen Aspekt von grosser Bedeutung war. Unter der römischen Herrschaft zogen aus dem Osten sowohl Kriegsflüchtlinge als auch normale Migranten in grosser Zahl nach Kappadokien, denen die Römer ihre Legionärstruppen entgegensetzten.

Unter dem römischen Kaiser Septimus Severus blühte das kappadokische Zentrum Kayseri zusehends auf. Diese Entwicklung wurde durch die Sassaniden aus dem Iran mit Oberfällen und Belagerungen, gebremst, bis Gordianus III. die Stadtmauer errichten liess.

Um diese Zeit begann ein Teil der frühen Christen in Anatolien, sich aus den Städten in ländliche Gebiete zurückzuziehen. Kayseri war im 4. Jahrhundert ein bedeutendes christliches Zentrum. Nachdem die hier lebenden Christen die Felsenhöhlen von Göreme und Umgebung entdeckt hatten, begannen sie gemäss der Lehre des Basileos, Bischof von Kayseri, hier ein zurückgezogenes, mönchisches Dasein zu führen.

Das Byzantinische Reich (397 - 1071)

Nach der Teilung des Römischen Reiches in Ost- und Westrom gehörte Kappadokien zum Oströmischen Reich. In den ersten Jahren des 7. Jahrhunderts war Kappadokien Schauplatz erbitterter kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den Byzantinern und Sassaniden. Die Sassaniden konnten sich sechs, sieben Jahre in Kappadokien behaupten. 651 gelang es zwar dem Kalifen Osman, die Sassaniden zu vertreiben, aber die Ruhe dauerte nicht lange, kriegerische Araber und Omajiden fielen in Kappadokien ein.

Die jahrelangen Glaubenskämpfe erreichten mit dem durch den Islam beeinflussten Bilderverbot des byzantinischen Kaisers Leon III. ihren Höhepunkt. Immer mehr Christen suchten Zuflucht in den Höhlen und unterirdischen Städten. Der Bilderstreit dauerte von 726 - 843. Mehrere kappadokische Kirchen unterlagen dem Einfluss dieser ikonoklastischen Periode, aber immer noch konnten Gläubige, die lkonen verehrten, ihrer Andacht nachgehen.

Das Seldschukische Reich (1071 - 1299)

Die Heimat der Seldschuken ist Zentralasien. Ihr Reich wurde von Selçuk Bey aus dem Turkstamm der Ogusen gegründet. Im 10. Jahrhundert nahmen die Seldschuken den islamischen Glauben an und waren seitdem damit beschäftigt, alle Stämme, die sich nicht islamisieren lassen wollten, zu bekämpfen und deren Stammesgebiete ihrem Reich einzuverleiben.

Der vernichtende Sieg von Seldschukensultan Alparslan, dem Sohn eines Enkels von Selçuk Bey, 1071 bei Manzikert über die Byzantiner unter Kaiser Romanos Diogenes bedeutete das Ende des Byzantinischen Reiches.

1075 wurde das Reich der Anatolien-Seldschuken gegründet. Mit der Eroberung Kayseris 1082 geriet auch Kappadokien unter seldschukische Herrschaft. Das für die Christen und die Ausbreitung des christlichen Glaubens bedeutende Anatolien geriet mehr und mehr in den Einflussbereich des sich von Nordafrika über Nah- und Fernost ausbreitenden Islams. Die Macht der Seldschukensultane hat jedoch die der Patriarchate nicht gebrochen. Auf einer Schrifttafel in der St. Georgskirche im Ihlara-Gebiet werden der Seldschukensultan Mesud II. und der byzantinische Kaiser Andronicus II. gleichzeitig gepriesen. Im 13. Jahrhundert bildeten sich infolge des zunehmend schwächer werdenden seldschukischen Reiches in vielen Gebieten Anatoliens kleine Fürstentümer.

1308 drang der Mongolenstamm der Ilhanen nach Anatolien vor, legte Kayseri in Schutt und Asche und unterwarf die Seldschuken. Bis zur Gründung des Osmanischen Reiches sollten in Anatolien nun die turkstämmigen Fürsten das Sagen haben.

Das Osmanische Reich

Unter den Osmanen war es in Kappadokien ziemlich friedlich. Nevþehir war bis zur Zeit des Damat Ibrahim Pascha, des Schwiegersohnes von Sultan Suleiman dem Prächtigen, ein an Niðde gebundenes kleines Dorf. Unter Ibrahim Pascha begannen zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Nevþehir, Gülþehir, Özkonak, Avanos und Ürgüp umfangreiche Bautätigkeiten. Moscheen, Moscheekomplexe, Badehäuser und Brunnen wurden errichtet. Die Brücke, die unter Sultan Selim Yavuz im Rahmen seines Ostfeldzuges 1514 im Zentrum von Özkonak gebaut wurde, ist das früheste osmanische Bauwerk in der Region.

Die Christen hatten ebenso wie mit den Seldschuken auch mit den Osmanen keine grösseren Schwierigkeiten.

Die Konstantin und Helena-Kirche aus dem 18. Jahrhundert in Sinasos (Ürgüp), die Dimitrius-Kirche in Gülþehir aus dem 19. Jahrhundert sowie die orthodoxe Kirche in Derinkuyu sind als die schönsten Sakralbauten ihrer Art aus der osmanischen Zeit die besten Beispiele dafür.

 
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