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Medressen und Türben

Medressen

In diesen islamischen Schulen wurden seldschukische Wissenschaften, Künste und Kultur gelehrt. Die Ausbildung fand in der mittleren und höheren Stufe wie heute auch noch in vier Sparten statt: Religions- und Rechtswissenschaften, Sprache und Literatur, Philosophie und Naturwissenschaften. Der Unterricht begann nach dem Morgengebet und endete mit dem Mittagsgebet. Anschliessend gingen die Schüler in ihre um den Innenhof herum gruppierten Arbeitszellen. Dienstags, donnerstags und freitags fand im allgemeinen kein Unterricht statt. Vor Errichtung der Medressen fand der Unterricht in Moscheen oder Mesdschits statt. Die Medressen trugen die Namen der Spender oder der Leute, in deren Namen sie gebaut wurden. Weibliche Namen trugen besonders jene Schulen, die sich mit Medizingeschichte befassten. Die Medressenarchitektur stammt aus Ägypten und Mittelasien. Die seit dem 12. Jahrhundert in Anatolien gebauten Medressen waren offen oder geschlossen. Der offene Typ ist weit verbreitet.

Ausser dem Typ mit einer Reihe von Schulräumen um den Innenhof herum gilt auch zweistöckige Medressenbau oder solche mit einem überkuppelten Innenhof.

Die Taþkýnpaþa Medresse

aus der Zeit der Karamanen liegt auf einer Grundfläche von etwa 560 qm. Portalbogen, Gebetsnische und Fensterbögen sind aus Stein gebaut, die Wände aus Bruchstein. Der obere Abschnitt ist total zerstört. Aus der Treppe neben dem Eingang ergibt sich jedoch, dass die Medresse mindestens zweistöckig war. Die reiche Steinverzierung an der rechten Seite des Portals, bestehend aus geometrischen Motiven und stilisierten Pflanzen, ist klassisch seldschukischer Natur. Die übliche Inschriftentafel über dem Portal ist verschwunden.

Hinter dem Portalbogen rechts steht das Mescid der Medresse. Gebetsnische und Portal sind reich verziert. Im oberen Abschnitt sieht man eine Reihe von Palmetten, in der doppelten Umrandung stilisierte Pflanzen. An den Seiten des rechteckigen Innenhofes liegen mehrere einzeln stehende Räume.

Türben

Das Wort Türbe stammt aus dem Arabischen und bedeutet überkuppeltes Grab, im Persischen wird es mit 'Gebäude, das überkuppelt ist' übersetzt. In den Türben wurden Sultane und hohe Würdenträger, Dichter und Denker beigesetzt. Die Türben in Turkmenien ähneln Zelten. Vordem Islam wurden die Toten gewaschen, in ein Leinenhemd gekleidet und zum Mumifizieren in einen Holzsarg unter ein Zelt gestellt, bis sie im Sommer oder Herbst begraben wurden. Diese alte Sitte legte den Grundstein zum Bau der Türben.

Die frühen Türben sind aus Stein oder Ziegelstein gebaut, später wurden nur noch behauene Steine verwendet, und stehen oft innerhalb eines Moscheekomplexes oder in der Nähe von Moscheen oder Medressen. Die Türben sind im allgemeinen zweistöckig. In den Unterbau führt eine Treppe. Hier wurde der Tote begraben oder auch in einen Holz- oder Steinsarkophag gelegt und für ihn in der Gebetsnische gebetet. Oft wurde auch nur symbolisch ein Sarg aufgestellt, während der Tote normal begraben ist. Zu dem Eingang an der Nord-, Ost- oder Südseite führen Stufen hinauf, manchmal auch Treppen oder zweiseitige Treppen. Der Grundriss ist vier- oder vieleckig, quadratisch oder rund, der Körper meistens zylindrisch. Der quadratische Grundriss taucht jedoch erst im dem 13. Jahrhundert auf. Das Dach ist kuppel- oder pyramidenförmig oder spitz zulaufend. Tor- und Fensterbogen und Umrandungen weisen im allgemeinen reiche Verzierungen aus geometrischen Motiven und stilisierten Pflanzen auf.

Bekannte Türben in Kappadokien sind das Çifte (Doppelte) und das Döner (Dreh) Kümbet, die Huand Hatun-Türbe (Eigenname) in Kayseri, die Hüdavend Hatun (Eigenname) Türbe in Niðde, die Taþkýnpaþa (Eigenname) und die Altý Kapýlý (Sechstürige) Türbe in Ürgüp.

Döner Kümbet, Kayseri

kayseri-kumbet_s.jpg (1670 bytes)Die Türbe wurde 1276 oder später für Cihan Hatun Schah errichtet, wie eine Inschrift über dem Eingang besagt. Der Grabbau hat einen quadratischen Grundriss, ist aussen zwölfeckig und innen zylindrisch und erinnert mit seinem konischen Dach an ein Nomadenzelt.

Das Relief über dem Eingang zeigt menschliche Gesichter, doppelköpfige Adler und ein geflügeltes Raubtier, an der linken Seite des Eingangs sitzt ein doppelköpfiger Adler auf einer Dattelpalme, flankiert von zwei Löwen, an der rechten Seite steht nur eine Dattelpalme.

Hüdavent Hatun Türbe, Niðde

nigde-huand_small.jpg (2116 bytes)ist eine der schönsten seldschukischen Türben. Sie wurde unter der Ilhanenherrschaft im Namen von Hüdavent Hatun, der Tochter des Seldschukensultans Rükneddin Kýlýçarslan IV, 1312 errichtet.

Der Unterbau ist etwa 80 cm hoch mit einer achteckiger Decke, auf der der achteckige Körper, der nach einer Abstufung mit einem sechzehneckigen Dach überdeckt ist, ruht. Das Portal an der Ostseite kann man an beider Seiten über je drei Stufen erreichen. Zu beiden Seiten des Portals und an jeder Ecke der Türbe stehen mit geometrischen Motiven und dazwischen versteckten Löwen, doppelköpfigen Adlern und menschlichen Gesichtern geschmückte Säulen, gekrönt von einem Vollrelief. Im oberen Türbenabschnitt sind die acht Ecken des Türbenkörpers gespalten und nach vorn erweitert worden, wodurch ein Sechzehneck entstanden ist. Ein Vollrelief an der Südwestfassade zeigt zwei Löwen auf den Hinterbeinen sitzend, ein Halbrelief zwei weitere Löwen, die in die entgegengesetzte Richtung gehen.

An der Westseite der Türbe verläuft eine Bogennische vom Türbenkörper zum Dach, in der ein doppelköpfiger Adler sitzt, dessen Flügelspitzen in typisch seldschukischem Stil Drachen ähneln. Von vier weiteren Fabelwesen mit Vogelkopf und menschlichem Körper sitzt ein Paar seitengleich im Bogen des Fensters an der Südwestfassade, das zweite ebenso im Bogen des Fensters an der Nordfassade. Die Vogelmenschen stammen aus dem Schamanentum. Sie beschützen den Menschen auf seinem Weg in die Erde und begleiten ihn dann in den Himmel.

 
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